Beobachtungsstudie: 1. Standbesuch und Probenbearbeitung

Den ganzen Juli haben insgesamt 23 Probennehmer und Probennehmerinnen – teilweise tatkräftig unterstützt von Fachtierärztinnen in Ausbildung – 193 Bienenstände verteilt über ganz Österreich besucht, Details der Imkerei erhoben und den Gesundheitszustand von 2067 Bienenvölkern ermittelt. Die Probennehmer entnahmen routinemäßig aus maximal 10 Bienenvölkern pro Stand Bienen und Bienenbrot und schickten diese an die „Abteilung für Bienenkunde und Bienenschutz“ der AGES. Wir wollen nun einen kleinen Einblick geben, was danach weiter mit den Proben geschehen ist.

Abb1_links Abb1_rechtsProbennahme im Rahmen von Zukunft Biene


Morgens um 8 Uhr kam das Probenmaterial in Styroporboxen in der Spargelfeldstraße an. Die Kühlung wurde dabei von 6 großen Tiefkühlakkus gesichert (weiße Rechtecke im rechten Bild). Die Art des Versands (EMS bis 10 Uhr) gewährleistete, dass jede Box weniger als 20 Stunden unterwegs war und die Proben von uns tiefgekühlt in Empfang genommen werden konnten.Abb2_linksAbb2_rechts


Abb3_linksAnschließend wurden die Proben registriert und sortiert. Die Proben für die Varroa-Auswaschungen wurden sofort bearbeitet. Die anderen Proben Abb3_rechts(oberes Bild: kleiner Probenbecher mit Bienen, Bienenbrot) wurden in unseren -18 °C Tiefkühlraum eingelagert (unteres Bild) und bleiben dort bis zum Frühling 2016. Leider ist eine Analyse der gesamten Probenanzahl (ca. 6000  Proben bis Ende dieses Jahres) im Rahmen des Projektes „Zukunft Biene“ finanziell nicht möglich. Daher werden wir gezielt die Proben von Völkern, die den Winter nicht überlebt haben, auf Krankheitserreger und Pestizidrückstände untersuchen. Ein Vergleich mit Analyse-Ergebnissen von Völkern, die problemlos überwintert haben, kann Hinweise auf die Ursachen der Überwinterungsprobleme liefern.


Die Bienenproben von insgesamt 1637 Völkern wurden für die Varroa-Auswaschungen weiterverarbeitet. Mittels der QR Codes wurden die Probennummern eingescannt und damit ins System aufgenommen. (Foto links). Um die Anzahl der Bienen in jedem einzelnen Probenbecher zu berechnen, wurden sowohl der mit Bienen gefüllte Probenbecher (Foto oben) als auch eine Stichprobe von 20 Bienen aus dem Becher abgewogen (Foto unten).

Abb4_rechts Abb4_links


Im nächsten Schritt wurden die anhaftenden Varroamilben von den Bienen abgelöst. Dafür wurden die Proben in Schraubgläser umgefüllt und diese mit einer 0,1%igen Seifenlauge versetzt (Foto oben). Danach wurden die Proben mit einem Schüttler 15 Minuten lange durchgerüttelt (unteres Foto), damit sich auch die letzte Varroamilbe von den Bienen löst.

Abb5_links Abb5_rechts


Nach der Schüttelbehandlung kamen die Bienenproben in ein Honig-Doppelsieb und wurden gründlich durchgewaschen (oberes Foto). Die Körper der Bienen blieben aufgrund ihrer Größe im oberen Sieb hängen (unteres Bild), die Varroamilben wurden hingegen in das untere Sieb durchgespült (unteres Bild, Detail rechts oben) und konnten ausgezählt werden.

Abb6_links Abb6_rechts


Alle Imkereien wurden umgehend vom Ergebnis der Varroa-Auswaschungen informiert und konnten bei hohem Varroabefall ihrer Völker auf die kritische Situation reagieren. Der Varroabefall der Bienen reichte von 0% bis zu 40,4 %!